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21. Juni 2010 Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und Krankenhaus Freiberg etablieren enge Abstimmung bei der Behandlung von Krebspatienten
Mit der Etablierung des krankenhausübergreifenden Tumorboards unterstreicht das Universitäts KrebsCentrum (UCC) seine Rolle als „Onkologisches Spitzenzentrum“ – eine Auszeichnung, die von der Deutschen Krebshilfe nur elf Mal verliehen wurde. Damit verbunden ist die Verpflichtung, die Tumorpatienten in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Ärzten verschiedener Fachrichtungen und anderen medizinischen Berufsgruppen zu behandeln. Nachdem dieser Anspruch seit mehreren Jahren in der alltäglichen Krankenversorgung des Uniklinikums erfüllt wird, gehen die Krebsexperten nun einen Schritt weiter: „Die jetzt mit Freiberg gestarteten Telekonferenzen ermöglichen dem Freiberger Krankenhaus, rasch mit den Experten des UCC in Verbindung zu treten sowie Diagnostik und Therapie gemeinsam abzuklären. Falls spezielle Verfahren angewendet werden müssen, kann eine Verlegung ins Universitätsklinikum erfolgen. Angestrebt wird aber wenn immer möglich eine heimatnahe Versorgung auf höchstem Niveau“, erklärt Prof. Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Direktor des Universitäts KrebsCentrums. Das ist auch das erklärte Ziel des Kreiskrankenhauses Freiberg: „Einerseits möchten wir unseren Patienten – insbesondere den Krebspatienten – eine heimatnahe Behandlung bieten. Gleichzeitig müssen die dafür notwendigen Therapien auf höchstem Niveau und gemäß internationalen Standards erfolgen. Dazu dient unser neuer Konferenzraum, in dem das interdisziplinäre Tele-Tumorboard stattfindet. So können wir hier in Freiberg auch mit Experten aus Fachdisziplinen sprechen, die vor Ort nicht tätig sind, wie zum Beispiel Strahlentherapeuten“, sagt PD Dr. Hans Bödeker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Freiberg. Das Tele-Tumorboard erlaube dem Krankenhaus auch in Zeiten sehr knapper Kassen Patienten dank intelligenter Nutzung moderner Technik optimal zu versorgen. Mit dieser innovativen Form der Zusammenarbeit übernimmt das Freiberger Kreiskrankenhaus zugleich die wesentlichsten Qualitätskriterien, die für das Onkologische Spitzenzentrum bereits verpflichtend sind. Die im Rahmen der Tele-Tumorboards gefällten Therapieentscheidungen bieten dadurch auch für Freiberger Patienten ein Höchstmaß an Transparenz und Patientensicherheit. Dies zeigt sich beispielsweise an der strukturierten online-Dokumentation, die unter anderem die Entscheidungen des Tumorboards und Verlauf der Therapie enthält. Diese dient auch der wissenschaftlichen Auswertung der Behandlungsergebnisse. Ziel ist unter anderem, die Therapien weiter zu optimieren. Damit auch Patienten aus dem Einzugsgebiet weiterer regionaler Krankenhäuser von dem Wissenstransfer der Dresdner Universitätsmedizin profitieren, ist die Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen maßgeblich an neun Projekten zum Ausbau der Telemedizin beteiligt, wovon das krankenhausübergreifende Tumorboard eines der Schwerpunktprojekte ist. „Die Telemedizin leistet einen wichtigen Beitrag, eine wohnortnahe Versorgung der Einwohner der Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen zu gewährleisten. Denn bei der Versorgung von Patienten mit seltenen oder sehr schweren Erkrankungen verzeichnen wir zwischen den Ballungszentren und den ländlichen Regionen ein starkes Ungleichgewicht. Das betrifft die Ausstattung an Geräten sowie die ärztliche Expertise. Die Telemedizin ist daher eine wichtige Facette in der Gesundheitsregion, um diese räumlichen Distanzen zu überwinden“, sagt CCS-Geschäftsführerin Prof. Andrea Morgner. Mit dem erfolgreich gestarteten Modell des Tele-Tumorboards sei der Grundstein für eine flächendeckende Anbindung weiterer Partner in der Gesundheitsregion gelegt. |




